Intern
Afrikazentrum

Dr. Jürgen Kempf

Wissenschaftlicher Werdegang

  • 1990 Vordiplom in Geographie
  • 1991 Certificate in African Archaeology
  • 1994 Diplom-Geograph
  • 2000 Dr. rer. nat.

Universitäre Funktionen

  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter Lehre und Forschung am Geographischen Institut, 2001-2010
  • Koordinator Forschungsförderung der Philosophischen Fakultät I (Drittmittelkoordinator, Exzellenzinitiative), 2010-2011
  • Koordination Qualitätsmanagement Lehre, Systemakkreditierung, Tutoren- und Mentorenprogramm, Philosophische Fakultät I/ Servicezentrum für innovatives Lehren und Studieren (ZiLS), seit 2012

Lebenslauf

Im Rahmen einer großen Afrika-Verschwörung wurde ich 1966, dem Jahr der Unabhängigkeit Botswanas und Lesothos in Heidenheim an der Brenz geboren und zwar im exakt gleichen Kreißsaal wie der Kommandeur des deutschen Afrikakorps im Zweiten Weltkrieg, Erwin Rommel, und wie der ESA-Astronaut Gerhard Thiele.  Mein Geburtstag ist der 15. August,  197 Jahre nach der Geburt Napoleons und 167 Jahre nach dessen berühmter Ägypten-Expedition, in deren Gefolge die Ägyptologie als Wissenschaft begründet wurde.  Am gleichen Tag des Jahres wurden u. a. auch der Kosmograph Fernando Kolumbus, unehelicher Sohn des Amerika-Entdeckers, der Botaniker Jacob Theodor Klein, nach dem die auch in der Capensis vorkommende Gattung Kleinia benannt ist, der Ostafrikareisende und „deutsche Lawrence von Arabien“, Max von Oppenheim, der ivorische Schriftsteller Gérard Aké Loba, der erste Präsident des nicht anerkannten Staates Somaliland, Mohammed Egal, sowie der ehemalige Premierminister der Zentralafrikanischen Republik, Jean-Luc Mandaba, geboren. Des Weiteren ist es der Todestag des Leiters des Marine-Expeditionskorps im Hererokrieg, Major von Glasenapp, der Beginn des so genannten Araber-Aufstandes im damaligen deutschen Pachtgebiet des Sultans von Sansibar, in dessen Gefolge unter Carl Peters die Kolonie Deutsch-Ostafrika gegründet wurde und der Unabhängigkeitstag der Republik Kongo (Brazzaville).

An meinem 19. Geburtstag hielt Präsident Pieter Willem Botha in Durban seine berühmte „Rubikon-Rede“ zur Verteidigung der Apartheid in Südafrika, mit der er die Welt so gegen sein Regime aufbrachte, dass an meinem 23. Geburtstag sein Nachfolger Frederik de Klerk ins Amt eingeführt wurde, der die Apartheid abgeschafft und mit Nelson Mandela zusammen den Friedensnobelpreis erhalten hat. Dass auch die Grundsteinlegung des Kölner Doms 1248 und des Arc de Triomphe in Paris 1806 sowie die Einweihung der Sixtinischen Kapelle 1483 am gleichen 15. August stattfand, spielt in diesem Zusammenhang genauso weniger eine Rolle, wie die Geburt der Pastorentochter Gudrun Ensslin im nur wenige Kilometer von meinem Geburtsort entfernten Albdorf Bartholomä. Vielmehr möchte ich dem an meinem 33. Geburtstag in Kolbermoor ermordeten Mosambikaner Carlos Fernando gedenken.

Aufgewachsen bin ich in Oberkochen, schräg gegenüber vom Geburtshaus des Ewe-Missionars Christian Hornberger, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts als erster Europäer in diesem Teil Westafrikas Photographien gemacht und die Ewe-Sprache im Hinterland der Goldküste erforscht hat. In Oberkochen habe ich das Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasium unter Schulleiter Volkmar Schrenk, dem Vater des Afrikaforschers und Paläoanthropologen Friedemann Schrenk besucht, der 1991 in Malawi das mit 2,4 Millionen Jahren älteste Knochenfragment gefunden hat, das der Gattung Homo zugeordnet werden kann, der „Homo rudolfensis“.

Diesem Vorleben entsprechend habe ich zum Sommersemester 1988 an der Universität Würzburg vor dem Hintergrund der dort betriebenen Afrikaforschung das Studium der Geographie (Diplom) mit den Nebenfächern Orientalistik, Geologie, Verwaltungsrecht, Botanik, später Ur- und Frühgeschichte, Soziologie und Politikwissenschaft aufgenommen und im 11. Semester abgeschlossen. 1991 und 1993 habe ich am ERASMUS-Programm „Certificate in African Archaeology“ an der Univérsitè Libre de Bruxelles teilgenommen. Mein dreimonatiges studienbegleitendes Praktikum absolvierte ich im Agriculture Laboratory des Ministry of Agriculture, Water and Rural Development der Republik Namibia in Windhoek. In diesem Zusammenhang habe ich meine Diplomarbeit zum Thema „Land-Degradation in Namibia“ erstellt, die in den Würzburger Geographischen Manuskripten als Band 31 veröffentlicht wurde.

Nach einem weiteren Praktikum in Namibia wurde ich 1994 mit dem Projekt „Geomorphologische und geoökologische Erforschung Zentral-Namibias“ ins DFG-Graduiertenkolleg „Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung in Afrika“ an der Universität Würzburg aufgenommen. Nach Ablauf des DFG-Stipendiums habe ich in Windhoek als Projektleiter des „Namibia Land Degradation Project“ gearbeitet, hauptsächlich im Bereich der Landwirtschaftlichen Beratung, Vegetations- und Bodenaufnahme. Die Promotion erfolgte 2000 mit der Arbeit „Klimageomorphologische Studien in Zentral-Namibia – ein Beitrag zur Morpho-, Pedo- und Ökogenese“. Anschließend habe ich meine bodenkundlichen Studien im südwestlichen Afrika und den Trockengebieten der Kalahari im Rahmen eines Post-Doc-Stipendiums der DFG fortgesetzt und den Arbeiten zur Verfertigung einer Habilitationsschrift begonnen, die noch nicht abgeschlossen ist.

Meine fachlichen Interessen sind breit gestreut und ich verfolge interdisziplinär-integrative Forschungsansätze mit den Schwerpunkten Geomorphologie, Bodenkunde, Geoökologie, Geoarchäologie, aber auch Entwicklungszusammenarbeit und Agrargeographie in all ihren Dimensionen zwischen Natur- und Kulturraum. Obwohl ich viele afrikanische Länder kennengelernt habe, liegen meine räumlichen Schwerpunkte im östlichen und südlichen Afrika, insbesondere den Trockengebieten von Namib-Kalahari-Karoo, aber auch den Savannen.

Afrikabezug

Auf Ermunterung eines damaligen Schulkameraden habe ich im Juli/August 1983 im Rahmen eines zweimonatigen „working holiday“-Aufenthaltes am GTZ-Project „Upgrade of Rural Hospitals in Tanzania“ mitgearbeitet und dabei weite Teile des ländlichen Ostafrika sowie die Insel Sansibar kennengelernt. Nach meinem Abitur 1986 folgte ein weiterer Aufenthalt in Tansania u. a. mit Besuch des „Shinyanga Commercial Institute“ zur Lehrerbildung, der Diamantenminen von Mwadui, von Serengeti und Ngorongoro sowie einer Besteigung des Kilimandjaro. Dabei erfolgte die Fortbewegung wie bei so manchem folgenden Afrika-Aufenthalt in der Regel mit öffentlichen Verkehrsmitteln, oder per Anhalter. Naturgemäß kam es dabei zu zahllosen Erfahrungen mit der Bevölkerung und so manchem Projekt der Technischen Zusammenarbeit, die hier unmöglich alle aufgelistet werden können. Diese ersten Afrikaerfahrungen waren für mich grundlegend für die Studienwahl. Seit 1989 bin ich fast jährlich irgendwo in Afrika unterwegs gewesen, meist im Zusammenhang mit Forschungsprojekten. Von 1995 bis 2010 war ich Leiter eines selbst initiierten Projekts zur Erforschung und Bekämpfung von Land-Degradation, das am Landwirtschaftsministerium der Republik Namibia angesiedelt war. Darüber hinaus habe ich zahllose Abschlussarbeiten und Dissertationen mitbetreut und unterstützt und war an folgenden Projekten beteiligt:

  • Seit 1989 zahlreiche, meist mehrere Monate lange Forschungs- und Arbeitsaufenthalte im östlichen und vor allem im südlichen Afrika, insbesondere in Namibia, Botswana, Südafrika, Zimbabwe und Zambia
  • 1993 Soil Erosion Hazard Mapping of Namibia, Ministry of Agriculture, Water and Rural Development, Windhoek
  • 1994 Agro-ecological Zoning of Namibia, Ministry of Agriculture, Water and Rural Development, Windhoek
  • 1994 Namibian Program to Combat Desertification, Windhoek/Gobabeb Namibia
  • 1995 Archaeological Atlas of Namibia, National Museum, Windhoek
  • 1995 Teilnahme am Pan-African Congress for Prehistory and Related Studies in Harare, Zimbabwe mit Exkursion nach Livingstone, Zambia
  • 1996 Omaruru Rural Water Supply Research Project, Department of Water Affairs, Windhoek
  • 2001 Leitung einer Expedition nach Süd-Zimbabwe für den Internationalen Hilfsfonds e. V., Rosbach mit Errichtung eines Waisenhauses und Anlage von Gärten und Feldern
  • 2003 Leitung einer großen studentischen Exkursion mit wissenschaftlichem Programm nach Namibia
  • 2005 und 2006 Forschungsexpeditionen in den unzugänglichen Nord- und Westteil des Etoscha-Nationalparks, Namibia
  • 2007 Leitung einer namibisch-deutschen Studierendenexkursion mit wissenschaftlichem Programm
  • 2008 Teilnahme und wissenschaftliche Leitung an einer Tauch-Expedition im Guinas-Dolinensee sowie der Münsterland-Höhle in Namibia

In folgenden weiteren Organisationen, die mit Afrika zu tun haben, bin ich Mitglied:

  • Afrikagruppe Deutscher Geowissenschaftler (seit 1999)
  • Arbeitskreis Wüstenränder der Deutschen Gesellschaft für Geographie (seit 1994)
  • Internationaler Hilfsfonds e. V., Rosbach (seit 1995)
  • Namibia Scientific Society, Windhoek (seit 1993)
  • Society for Scientific Development, Swakopmund (seit 1993)
  • Pan-African Association for Prehistory and Related Studies (seit 1995)
  • Namibia Agricultural Society, Windhoek (seit 1993)
  • Deutsch-Namibische Gesellschaft e. V. (seit 1993)
  • Hilfe für Namibia e. V./Afrikahaus Sebnitz (1996-2012)

Kooperationen

  • Department of Geography and Environmental Studies, University of Namibia, Windhoek
  • Etosha Ecological Institute, Okaukuejo, Namibia
  • Department of Research, Agriculture Laboratory, Ministry of Agriculture, Water and Rural Development, Windhoek, Namibia
  • NamibGeoVista – Geoconsult and Imaging, Windhoek, Namibia
  • Namibia Scientific Society, Windhoek
  • Society for Scientific Development, Swakopmund, Namibia
  • Afrikahaus Sebnitz
  • Namibia Land Degradation Project, Windhoek, Namibia
  • School of Environmental Sciences, University of Liverpool
  • Afrikaverein der Deutschen Wirtschaft, Hamburg
  • Archaeological Laboratory, National Museum of Namibia, Windhoek

Publikationen

Publikationen

Kontakt

Forum Afrikazentrum
Universität Würzburg
Josef-Martin-Weg 52/1
97074 Würzburg

E-Mail

Suche Ansprechpartner

Hubland Nord, Geb. 52