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Literatur- und Kulturwissenschaften
Be/longing: At the Intersections of Love and Space in Contemporary Afro-Diasporic Women Writing (Dissertation)
Jennifer Leetsch, Lehrstuhl für Englische Literatur und Kulturwissenschaft
Fremd- und Eigenräume

Konstruktionen von Räumlichkeit sind seit jeher Teil von kritischen postkolonialen Diskursen in der Literatur und Kultur: Die Kolonialzeit und ihre westlichen Akteure lebten von einem extremen Expansionswillen und der Besetzung von Lebensräumen, um auf gewaltvolle Weise „neue Welten“ zu erkunden/erschaffen. Literaturen, die sich mit diesem Erbe auseinandersetzen, stehen daher unausweichlich vor dem Problem der Raumzuweisungen und der Frage von Fremd- und Eigenräumen. Dies zeigt sich besonders eindrücklich in Texten aus ehemaligen Kolonien oder in neueren diasporischen Identitätsentwürfen einer globalisierten Welt, die auf unterschiedlichste Art und Weise Heimat, Zugehörigkeit, Entfremdung und Vertreibung behandeln.

Weltkarte von Nicolas Desliens, welche die Nord- und Südhalbkugel vertauscht (1566)
Zwischen London und Lagos, Mogadischu und Mumbai

Um Fragen von Raum und Zugehörigkeit drehen sich auch die literarischen Texte, die dieses Dissertations-Projekt untersucht – seien es die spannungsgeladenen transnationalen Beziehungen zwischen Nigeria, Amerika und Europa in Chimamanda Adichies Roman Americanah, die vielschichtige postkoloniale Metropole London in Zadie Smiths Werk, Helen Oyeyemis imaginative Neugestaltung der Kreidefelsen von Dover in White is for Witching oder die gefährlichen ozeanischen Wasserwege zwischen Somalia und Europa oder Indien und Kenia in der Lyrik von Warsan Shire und Shailja Patel.

Chimamanda Adichie: Americanah (erschienen bei Anchor Books / Random House)
Helen Oyeyemi: White is for Witching (erschienen bei Picador / Pan Macmillan)
Warsan Shire: Teaching My Mother How To Give Birth (erschienen bei mouthmark series)
Zadie Smith: White Teeth (erschienen bei Vintage Books / Random House)
Zwischenräume und Grenzübergänge

Diese Texte unterscheiden sich alle auf verschiedenste Weise voneinander, aber dennoch vereint sie der Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe und Begehren, weibliche Sexualität und Erotik, alternative nicht-heteronormative Lebensentwürfe und Gemeinschaftlichkeit. Das Projekt nutzt so Konzeptionierungen von Liebe und Raum als interpretative Werkzeuge, um Texte von afro-diasporischen Autorinnen in einen Prozess des Gegen-Lesens einzubinden. Ein solches Gegen-Lesen als feministische und postkoloniale Strategie verspricht bisher unentdeckte und unterdrückte Stimmen freizulegen: weibliche Stimmen, die in Zwischenräumen und an Grenzübergängen existieren.

Weiterführende Links

Jennifer Leetsch arbeitet nach einem Studium der Anglistik, Amerikanistik und Komparatistik in München und London derzeit als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Englische Literatur und Kulturwissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Sie unterrichtet vor allem Kurse zu Gender und Feminismus, sowie zu postkolonialen Literaturen. Ihre Doktorarbeit beschäftigt sich mit zeitgenössischer afro-diasporischer Literatur und Konzepten von Heimat, Zugehörigkeit und Affekt.

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