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Internationale Beziehungen
Afrika in den internationalen Beziehungen
Philipp Gieg und Timo Lowinger
Jean-Monnet-Lehrstuhl, Professur für Europaforschung und Internationale Beziehungen
Afrika: Von Marginalisierung zu steigendem internationalem Gewicht?

Die Staaten Afrikas sind in internationaler Politik und Welthandel weiterhin stark unterrepräsentiert. Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts steigt das Gewicht Afrikas aber spürbar. Hierfür sind vor allem drei Entwicklungen verantwortlich, die am Jean-Monnet-Lehrstuhl analysiert werden: (1) Die voranschreitende kontinentale Integration in Form der Afrikanischen Union (Abb. 1) und mehrerer Regionalorganisationen, (2) die Herausbildung afrikanischer aufstrebender Mächte wie Südafrika, die eine immer größere Rolle in der internationalen Politik einfordern und auch einnehmen, sowie (3) sich rasant vertiefende Beziehungen zwischen Afrika und externen "Emerging Powers" wie China und Indien (Abb. 2) und neue Dynamiken im Verhältnis zur EU.

Südafrika als Stimme Afrikas in der Weltpolitik

Nach der internationalen Isolation in der Apartheidszeit führten die Präsidenten Mandela und Mbeki (Abb. 3) Südafrika zurück in die globale Gemeinschaft. Südafrika gilt nicht aufgrund seiner materiellen (militärischen und wirtschaftlichen) Kapazitäten als Emerging Power, vielmehr ist die Selbstwahrnehmung Südafrikas und seine Perzeption durch andere Akteure maßgeblich. Diese Wahrnehmung ergibt sich in erster Linie durch das aktive Engagement der Regenbogennation in der Afrikanischen Union, in den G20, den BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika, siehe Abb. 4) und im IBSA Dialogforum (Indien, Brasilien, Südafrika). Darüber hinaus versucht Südafrika auch in der NAM (Bewegung der Blockfreien Staaten), in der BASIC Klimawandel Koalition und in der WTO die Interessen Afrikas und des Globalen Südens zu vertreten. Hieraus ergibt sich ein neues globales Gewicht Südafrikas und auch des gesamten Kontinents. Mit diesem Engagement verbindet Südafrika den Willen, die ungleichen und exklusiven Dominanzstrukturen des internationalen Systems zu reformieren.

Afrika und China

Seit der Jahrtausendwende baut China seine Beziehungen zu Afrika mit atemberaubendem Tempo aus und ist heute mit großem Abstand der wichtigste Handelspartner des Kontinents. Das Handelsvolumen (Abb. 5) verdreißigfachte sich in den letzten 20 Jahren: China importiert vor allem Öl und andere Rohstoffe und exportiert verarbeitete Produkte wie Elektronik und Kleidung nach Afrika. Flankierend vertiefen sich die politischen Beziehungen: China veranstaltet regelmäßig Afrika-China-Gipfel (Abb. 6) und jedes Jahr reisen Spitzenpolitiker in afrikanische Länder. Mit dieser „Charme-Offensive“ gelang es China, zum wichtigsten externen Akteur auf dem Kontinent zu werden – und die Afrikapolitiken der EU und der USA vor große Herausforderungen zu stellen.

Weiterführende Links

Philipp Gieg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Würzburg und forscht vor allem zu den internationalen Beziehungen Afrikas (insbesondere chinesische, indische, britische, EU- und US-Afrikapolitik), zum Aufstieg neuer Mächte (insbesondere Indien und indische Außenpolitik) sowie zur deutschen Außenpolitik.

Timo Lowinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Würzburg und forscht vor allem zu (kritischer) konstruktivistischer Normenforschung, Emerging Powers (insbesondere indische und südafrikanische Außenpolitik) sowie zur Afrikanischen Union.

Beide promovieren bei Prof. Dr. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet, Jean-Monnet-Professorin für Europaforschung und Internationale Beziehungen am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie.

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