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Chemie
Naturstoffe: Hoffnung im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten und Krebs
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gerhard Bringmann
Naturstoff-Chemie – was ist das?

"Naturstoff-Chemie" – ein Widerspruch in sich? Keineswegs, denn auch lebende Zellen betätigen sich als Synthesechemiker. Sie produzieren nämlich chemische Substanzen, die sie im Laufe der Evolution entwickelt und für bestimmte Aufgaben maßgeschneidert optimiert haben. Diese Naturstoffe sind eine ergiebige Quelle für neue Wirkstoffe im Kampf gegen Infektionskrankheiten und Krebs. Zudem ist die Beschäftigung mit Naturstoffen ein lehrreicher Baustein in der universitären Ausbildung in analytischer, synthetischer, pharmazeutischer und theoretischer Chemie. Besonders facettenreich ist die Würzburger Naturstoffchemie, die die Suche nach potenziellen neuen Arzneistoffen aus afrikanischen Lianen mit der Ausbildung von afrikanischen Nachwuchswissenschaftlern verbindet.

Lianen-Alkaloide im Kampf gegen Krankheiten

Zusammen mit afrikanischen Kollegen sucht die Arbeitsgruppe des Naturstoffchemikers Gerhard Bringmann nach neuartigen Naturstoffen aus Lianen. Dabei handelt es sich um sogenannte Naphthylisochinolin-Alkaloide. Diese besitzen chemisch spannende molekulare Strukturen und werden von den Pflanzen über einen aufregenden neuen Syntheseweg produziert. Vor allem aber zeigen sie aussichtsreiche Aktivitäten gegen Krankheitserreger und je nach Struktur auch gegen Tumorzellen. Die Forscher gewinnen diese Alkaloide aus den Pflanzen, erkunden ihren molekularen Aufbau und testen die pharmazeutischen Wirksamkeiten. Und, wenn lohnend, bauen sie ihre Struktur synthetisch im Labor nach und verändern gezielt die Struktur, um die gewünschten Wirkungen zu verbessern und Nebenwirkungen zu verringern.

Kooperation mit afrikanischen Forschern

Diese Arbeiten kommen nicht nur der Grundlagenforschung zugute, sondern bergen auch die Hoffnung auf Hilfe im Kampf gegen schlimme Tropenkrankheiten wie Malaria oder die afrikanische Schlafkrankheit, aber auch gegen aggressive Tumorerkrankungen wie etwa Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zudem lernen die an dieser Forschung beteiligten Afrikaner aus Sudan, Kenia, Südafrika und vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo moderne Strategien, Konzepte und Methoden der Naturstoffchemie, die sie dann später im eigenen Lande anwenden können. Dies gilt insbesondere für die kongolesischen Studierenden, die durch ein weltweit einzigartiges Exzellenzstipendienprogramm unterstützt werden, das zugleich die Erneuerung der kongolesischen Universitäten zum Ziel hat (siehe auch Beitrag BEBUC).

Weiterführende Links

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gerhard Bringmann ist seit 1987 an der Uni Würzburg in Forschung und Lehre tätig (Lehrstuhl Organische Chemie I). Im Bereich der Naturstoffchemie hat er zahlreiche Kooperationen vor allem mit afrikanischen Wissenschaftlern initiiert und erhielt Ehrendoktorwürden von vier kongolesischen Universitäten.

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Am Hubland
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