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Biologie
Globaler Wandel am Kilimandscharo gefährdet Biodiversität und Funktionen
Dr. Marcell Peters und Prof. Dr. Ingolf Steffan-Dewenter
Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie (Zoologie III)
Klimawandel und Landnutzung am höchsten Berg Afrikas

Am Kilimandscharo kommen viele Klimazonen der Erde, von tropischen Savannen, über montane Wälder bis zu afroalpiner Vegetation vor. Die natürlichen Ökosysteme des Berges beherbergen eine hohe Artenvielfalt und sichern wichtige Ökosystemleistungen wie die Bereitstellung von Wasser, Klimaregulation, Erosionskontrolle sowie Bestäubung und Schädlingskontrolle in Agroforstsystemen. Die Verzehnfachung der Bevölkerungsdichte in den letzten Jahrzehnten führte dazu, dass heute weite Teile des Kilimandscharo von anthropogenen Ökosystemen bedeckt sind. Der Klimawandel in dieser Region verändert die Durchschnittstemperaturen und hat häufigere Extremereignisse zur Folge.

Deutsch-Tansanisches Verbundprojekt zur Untersuchung des globalen Wandels am Kilimandscharo

In der DFG-Forschergruppe 1246 (KiLi) untersuchen wir die Auswirkungen von Landnutzung und Klima auf die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sowie zahlreiche Ökosystemfunktionen. Insgesamt 60 Untersuchungsflächen repräsentieren alle Höhenstufen sowie die wichtigsten natürlichen und anthropogenen Ökosysteme (Abbildung 3). Seit 2010 wurde von deutschen und tansanischen WissenschaftlerInnen der weltweit umfassendste Datensatz zu einem tropischen Bergökosystem erhoben. Die Forschungsergebnisse, die enge Kooperation und die Ausbildung tansanischer DoktorandInnen leisten einen wichtigen Beitrag zum Wissenstransfer, Naturschutz und nachhaltiger Landnutzung in Tansania.

Wichtige Ergebnisse

Unser Projekt zeigt, dass Landnutzung zu einem gravierenden Verlust von Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren führt. Besonders stark sind trocken-heiße Savannen-Ökosysteme betroffen (Abbildung 4). Große Säugetierarten fehlen vollständig in den von Menschen genutzten Ökosystemen (Abbildung 5). Klima und Landnutzung führten zu starken Veränderungen von Ökosystemfunktionen wie Nährstoffkreisläufen in Böden und Wasser, der Emission von Treibhausgasen, der Kapazität zur Kohlenstoffbindung und biotischen Wechselbeziehungen wie Bestäubung, Dungzersetzung und Samenausbreitung (Abbildung 6,7). Klimaveränderung kann die negativen Folgen von Landnutzung in der Zukunft verstärken.

Weiterführende Links

Dr. Marcell K. Peters studierte Biologie, Geographie und Paläontologie an der RWTH Aachen, JMU Würzburg und RFWU Bonn. In seiner Promotion 2008 am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn untersuchte er die Auswirkungen von Regenwaldfragmentierung auf lnsekten- und Vogelgemeinschaften in Kenia. Seit 2011 ist er als Wissenschaftler am Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie der JMU Würzburg tätig und vertritt hier insbesondere die Lehre im Bereich Tropenökologie. In seiner Forschung untersucht er die Veränderungen der Biodiversität und von biologischen Prozessen auf tropischen Bergen, insbesondere am Kilimandscharo im nördlichen Tansania.

Prof. Dr. Ingolf Steffan-Dewenter ist seit 2010 Professor und Leiter des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie an der Universität Würzburg. Zuvor war er Professor für Populationsbiologie der Tiere an der Universität Bayreuth. Er hat in Karlsruhe Biologie studiert, an der Universität Göttingen promoviert und sich dort habilitiert. Er untersucht die Auswirkungen des globalen Wandels auf die Artenvielfalt von lnsekten und biologische Leistungen wie Bestäubung und Schädlingskontrolle. Ein Schwerpunkt seiner Forschung liegt in Afrika.

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