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Betriebswirtschaftslehre
Medikamentenversorgung in Subsahara-Afrika
Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky, Felix Blank, Benjamin Siller
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Industriebetriebslehre
Ausgangssituation

Der Zugang zu einer ausreichenden medikamentösen Grundversorgung kann als ein menschliches Grundrecht verstanden werden. Da der Fokus der Medikamentenversorgung jedoch oftmals auf den hoch entwickelten Industrieländern liegt, kann dieses nicht immer für alle Entwicklungsländer in der Subsahara-Region gewährleistet werden. Um die dortige Versorgung zu verbessern, wurden in den letzten Jahren vermehrt technologisch innovative Lösungen entwickelt. Die größere Verbreitung von Mobilfunk- und Datennetzwerken in Afrika, mit geschätzt 700 Millionen Smartphones bis 2020, ermöglicht es, auch für die Medikamentenversorgung digitale Kommunikationswege zu nutzen.

Nutzer von Mobiltelefonen (GSMA, The mobile economy Sub-Saharan Africa, 2015)
Medikamenten-Supply-Chain Grafik (Yadav, Lega Tata, Babaley, 2011)
Smartphone (www.magpi.com)
Beispiele für mHealth in Subsahara-Afrika

Für die Probleme bei der Medikamentenversorgung sind bereits verschiedene innovative Lösungskonzepte im Einsatz. Beispielsweise unterstützt die Short-Code Plattform „mPedigree“ dabei, die Authentizität von Medikamenten sicher zu stellen. Patienten können einen, auf der Verpackung befindlichen, Code per SMS versenden und erhalten innerhalb von Sekunden die Verifikation. Durch die Anwendung „cStock“ sollen Gesundheitsarbeiter bei der Bestandsplanung unterstützt werden. Die Arbeiter melden ihren aktuellen Stand mittels SMS und „cStock“ ermittelt dann u.a. die Bestellzeiträume und informiert, sobald Medikamente zur Abholung bereit sind.

App Überblick (Namisango et al., 2016; Nilseng et al., 2014)
Ausblick

Die verbesserten Zugangsmöglichkeiten zu digitalen Infrastrukturen und die gestiegene Leistungsfähigkeit von mobilen Endnutzergeräten ermöglicht deren Einsatz für die Ausführung komplexer Anwendungen. Dies kann beispielsweise die Planung und Kontrolle sowie das operative Management von Medikamentenbeständen – bspw. über eine Smartphone-App – ermöglichen. Ein weiteres Anwendungsfeld wäre es, die Patienten per Smartphone daran zu erinnern, ihre Medikamente abzuholen und einzunehmen sowie ärztliche Termine wahrzunehmen. Beide Lösungen können zu einer besseren Voraussage künftiger Bedarfe und so zu einer erhöhten Planungssicherheit beitragen.

Medikamentenverteilung (www.magpi.com)
Smartphones im Krankenhaus (www.magpi.com)
Weiterführende Links

Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky ist seit 2001 Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre und Industriebetriebslehre an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Würzburg. Aktuell ist er assoziiertes Mitglied des DAAD-finanzierten Projekts zur Erforschung und Behandlung chronisch verlaufender Infektionskrankheiten. Felix Blank und Benjamin Siller sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Bogaschewsky.

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